Cliff Wilson

Cliff Wilson
Geburtstag 10. Mai 1934
Geburtsort Tredegar, Monmouthshire, Wales
Sterbedatum 21. Mai 1994 (60 Jahre)
Nationalität WalesFlag of Wales (1959–present).svg Wales
Profi 19791994[1]
Preisgeld 241.965 £[1]
Höchstes Break 136 (Grand Prix 1989)[1]
Century Breaks 6
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 16 (1988/89)[1]
Beste Ergebnisse
Ranglistenturniere 5× Viertelfinale[1]
Andere Profiturniere Sieger World Seniors Championship 1991[2]
Amateurturniere Sieger Amateur-WM 1978[2]

Cliff Wilson (* 10. Mai 1934 in Tredegar, Monmouthshire, Wales; † 21. Mai 1994) war ein walisischer Snookerspieler. Nach dem Gewinn der Amateur-WM 1978 entscheid er sich im Folgejahr erst mit 45 Jahren für eine Profikarriere und erreichte Ende der 1980er Jahre mit Rang 16 der Weltrangliste seine höchste Platzierung. Wilson zählte zwar nie ganz zur Weltspitze des Snookersports, galt aber trotz mehrerer gesundheitlicher Probleme, allen voran sein schlechtes Sehvermögen, als einer der dynamischsten und schnellsten Spieler seiner Zeit und war beim Publikum für sein risikoreiches Spiel sehr beliebt.

Leben

Anfänge als Amateur

Wilson wurde 1934 im walisischen Tredegar geboren. Als Teenager begann er mit dem in Großbritannien und Irland sehr populären Snookersport und freundete sich dabei mit dem zwei Jahre älteren und ebenfalls aus Tredegar stammenden Ray Reardon an, der später sechsfacher Snookerweltmeister wurde.[1][3] Während Wilsons Heimatclub die Lucania Billiard Hall war, spielte Reardon im Miners’ Institute.[4] Ihre gemeinsamen Partien waren unter der örtliche Bevölkerung sehr beliebt und sorgen stets für gut gefüllte Spielhallen. Während Reardon in den Amateurjahren auf walisischer Ebene die Oberhand behielt, konnte Wilson auf nationaler Ebene meist bessere Ergebnisse vorweisen. So erreichte er 1951 das Finale der englischen U19-Meisterschaft und unterlag dort Rex Williams, bevor er in den beiden folgenden Jahren das Turnier gewann.[3]

Im Jahr 1952 nahm Wilson erstmals an der English Amateur Championship teil. Unter anderem durch Siege über Reardon und Gary Owen erreichte er das Halbfinale, wo er dem späteren Sieger Charles Downey unterlag.[5] Nachdem er im folgenden Jahr im Achtelfinale ausgeschieden war,[6] besiegte er 1954 erneut Reardon und zog ins Endspiel des Turniers ein. Dort wurde er aber mit 9:11 von Ernest Geoffrey Thompson besiegt.[7] Auch 1955 erreichte er das Halbfinale, in dem er gegen Alf Nolan verlor.[8] Sein Freund Reardon, der zwischen 1950 und 1955 sämtliche Ausgaben der walisischen Snooker-Meisterschaft gewonnen hatte, zog schließlich ins englische Stoke-on-Trent, woraufhin Wilson 1956 gegen V. Wilkins die walisische Snooker-Meisterschaft gewinnen konnte.[3][9]

Mitte der 1950er Jahre war Snooker auf professioneller Ebene auf einem Tiefpunkt angelangt, sogar die Austragung der Snookerweltmeisterschaft wurde ausgesetzt. Wilson sah als Profispieler keine Zukunft und der Tod seines Vaters sowie die eigene Hochzeit waren weitere Gründe für seinen Entschluss, vorerst mit dem Snooker aufzuhören. Er fand daraufhin eine Anstellung in einem Stahlwerk in Llanwern.[3][10][4] Im Nachhinein wurde dieser zeitweilige Rückzug oft als Bruch in seiner Karriere angesehen, da er später an seinen spielerischen Höchststand nicht mehr anknüpfen konnte.[11] Damals gingen zahlreiche Waliser davon aus, dass der Senkrechtstarter Wilson mehr Talent als sein Konkurrent und Freund Reardon hätte, doch Reardon konnte in den folgenden Jahren auf professioneller Ebene sechs Weltmeisterschaften gewinnen.[12]

In den folgenden 15 Jahren spielte Wilson nie Snooker. Sein Interesse kehrte erst 1972 zurück, als er von einem Arbeitskollegen gefragt wurde, ob er für das Werks-Snookerteam in einem örtlichen Wettbewerb spielen würde. Der Snookersport wurde mittlerweile wieder populärer, aber Wilson hatte mit einem schlechten Sehvermögen zu kämpfen, sein linkes Auge war so gut wie nutzlos. Zeitweise trug Wilson eine Augenklappe, später eine Brille mit unterschiedlichen Gläserstärken.[3] Trotzdem nahm er 1974 an der walisischen Snooker-Meisterschaft teil und erreichte das Halbfinale,[13] zwei Jahre später das Achtelfinale.[14]

In den folgenden Jahren schaffte Wilson eine Serie von Erfolgen: So gewann er 21 Jahre nach seinem ersten Titelgewinn mittels eines 7:4-Sieges über Paul Medati die Pontins Autumn Open (1976) und kurz darauf mit einem 8:1-Sieg gegen Dai Thomas die walisische Snooker-Meisterschaft (1977).[15] Im Folgejahr nahm er zwar erfolglos an den Pontins Spring Open teil, erreichte allerdings das Finale des südlichen Qualifikationswettbewerbs der English Amateur Championship, das er mit 2:8 gegen seinen walisischen Landsmann Terry Griffiths verlor.[16]

Ebenfalls 1978 nahm Wilson erstmals an einer Amateurweltmeisterschaft teil, überstand dort ohne Niederlage die Gruppenphase und erreichte das Finale durch Siege über Joe Grech und Kirk Stevens. Dort besiegte er mit 11:5 den Engländer Joe Johnson und gewann so seinen ersten internationalen Titel. Im Anschluss gelang ihm bei der walisischen Snooker-Meisterschaft mit einem 8:5-Sieg über Geoff Thomas der dritte Titelgewinn.[17] Nach diesen Erfolgen wurde Wilson zur Saison 1979/80 im Alter von 45 Jahren Profispieler.[1] Sein Sehvermögen war bereits so schlecht, dass er nicht mehr das Ende des Tisches sehen konnte. Bei seinem Spiel glich er diesen Nachteil durch sein gutes Gedächtnis aus.[4]

Erste Profijahre

Wilsons erste Profisaison 1979/80 war durchwachsen und trotz einiger Erfolge gelang es ihm nicht sich in der Weltrangliste zu platzieren.[18] Er nahm an der UK Championship, der Welsh Professional Championship und am British Gold Cup teil, wobei das Erreichen des Achtelfinale beim UK Championship sein größter Erfolg war. Hier unterlag er dem späteren Weltmeister Terry Griffiths mit 4:9, der ebenfalls seine erste Profisaison spielte. Zum Saisonende besiegte er bei der Snookerweltmeisterschaft den Kanadier Frank Jonik, bevor er in der Runde der letzten 24 dem walisischen Profi Doug Mountjoy unterlag.[19] Abgesehen davon erreichte Wilson außerdem auf Amateurebene das Finale der Pontins Spring Open, das er mit 3:7 gegen Willie Thorne verlor.[20]

Obwohl er in der folgenden Saison 1980/81 bei der UK Championship gegen Mark Wildman sein Auftaktspiel verlor und später erneut in der Gruppenphase des British Gold Cup – damals umbenannt in Yamaha Organs Trophy – ausschied, gelangen Wilson erste Erfolge. So erreichte er mittels Siegen über Roy Andrewartha und Doug Mountjoy das Finale der Welsh Professional Championship, das er aber mit 6:9 gegen seinen Jugendfreund Ray Reardon verlor. Er erreichte zudem erneut die Runde der letzten 24 der Snookerweltmeisterschaft. Dadurch bekam er erstmals einen Weltranglistenplatz zugewiesen und belegte in der folgenden Saison Rang 23. Zudem erreichte er beim Pontins Professional das Halbfinale und bei den Pontins Spring Open erneut das Endspiel, das er gegen den Engländer John Hargreaves mit 3:7 verlor.[21][22][18]

In der Saison 1981/82 konnte Wilsons an seine ersten bescheidenen Erfolge nicht anknüpfen und verlor bei den International Open und bei der UK Championship seine Auftaktspiele, zudem schied er beim International Masters erneut in der Qualifikationsgruppenphase aus. Bei der Welsh Professional Championship kam er zumindest ins Halbfinale, unterlag hier aber Terry Griffiths. Lediglich bei der Snookerweltmeisterschaft schaffte er mit dem Einzug in die Runde der letzten 32 ein respektables Ergebnis, in der er jedoch dem mehrfachen WM-Finalisten Eddie Charlton unterlag.[23] Auf der Weltrangliste bedeutete dies ein Verlust von drei Plätzen, sodass er in der folgenden Saison Rang 26 belegte.[18]

Etablierung in den Top 25

In die Saison 1982/83 startete Wilson mit einer Viertelfinalteilnahme bei den International Open, wo er nach Siegen über Joe Johnson, Doug Mountjoy und Jimmy White dem Engländer Tony Knowles unterlag. Im Anschluss schied er beim Professional Players Tournament, das wie auch die International Open neben der Snookerweltmeisterschaft in den Status eines Weltranglistenturnieres erhoben wurde, sowie bei der UK Championship und beim Classic, welche in den folgenden Saisons neben weiteren Turnieren ebenfalls Ranglistenturniere wurden, jeweils im Achtelfinale aus, bevor er bei der Snookerweltmeisterschaft mit Siegen über Clive Everton und Joe Johnson zwar die Hauptrunde erreichte, in dieser jedoch gegen Doug Mountjoy verlor. Abgesehen davon schied Wilson im Halbfinale der Welsh Professional Championship aus und erreichte sowohl beim International Masters als auch beim Pontins Brean Sands die Gruppenphase.[24] Auf der Weltrangliste konnte er sich so um sechs Plätze verbessern, wodurch er in der folgenden Saison mit Rang zwanzig den für ihn zu diesem Zeitpunkt höchsten Weltranglistenplatz belegte.[18]

Allerdings konnte Wilson in der Saison 1983/84 hinsichtlich der Ranglistenturniere nicht an die Ergebnisse der Vorsaison anschließen, auch wenn er beim Professional Players Tournament erneut das Achtelfinale erreichte. Bei den weiteren drei Turnieren mit Einfluss auf die Weltrangliste schied er allerdings bei den International Open und bei der Snookerweltmeisterschaft schon in der Runde der letzten 48 sowie beim Classic in der Runde der letzten 32 aus, sodass ebenjene Achtelfinalteilnahme das beste Ergebnis blieb. Fernab der Ranglistenturniere erreichte er auch bei der UK Championship, die ab der folgenden Saison ein Ranglistenturnier wurden, sowie beim Pontins Professional das Viertelfinale, nachdem er beim International Masters erneut in der Qualifikationsgruppenphase ausgeschieden war. Davon abgesehen besiegte Wilson allerdings bei der Welsh Professional Championship Colin Roscoe und Ray Reardon und erreichte somit erneut das Endspiel des Turniers, das er jedoch ebenfalls zum wiederholten Male, diesmal mit 3:9 gegen Doug Mountjoy, verlor.[25] Auf der Weltrangliste verlor er somit drei Plätze und belegte damit Rang 23.[18]

In der Saison 1984/85 schied er erneut bei den International Open und bei der Snookerweltmeisterschaft in der Runde der letzten 48 aus, wobei er dazu bei den British Open in der Runde der letzten 64 und beim Grand Prix in der Runde der letzten 32 verlor. Allerdings zog er auch sowohl bei der UK Championship als auch beim Classic ins Achtelfinale ein und unterlag dort Cliff Thorburn und Joe Johnson, wobei er damit die Zahl der Achtelfinalteilnahmen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte. Zusätzlich unterlag er im Halbfinale der Welsh Professional Championship Doug Mountjoy und verlor beim Pontins Professional sein Auftaktspiel gegen Terry Griffiths.[26] Da diese beiden Turniere allerdings kein Einfluss auf die Weltrangliste hatten, konnte sich Wilson um einen Platz auf Rang 22 verbessern.[18]

Aufstieg auf Rang 16

In der Saison 1985/86 schied Wilson bei Ranglistenturnieren bereits jeweils zwei Mal in der Runde der letzten 64 und in der Runde der letzten 32 aus und verlor zudem abseits der Ranglistenturniere sowohl bei der Welsh Professional Championship als auch beim Pontins Professional im Halbfinale. Allerdings war Wilson mit Siegen über Colin Roscoe und Tony Chappel und einem damit verbundenen Achtelfinaleinzug bei der Matchroom Trophy gestartet, wobei er ebendieser Runde erneut gegen Joe Johnson verlor, der sich zum Saisonende zum Weltmeistertitel spielte. Im Anschluss an die Matchroom Trophy hatte Wilson zudem beim Grand Prix mit Siegen über Roger Bales, George Scott und Tony Drago ins Viertelfinale eingezogen, in dem er dem damals amtierenden Weltmeister Dennis Taylor unterlag.[27] Dennoch verlor Wilson auf der Weltrangliste einen Platz und war somit in der folgenden Saison auf Rang 23 geführt.[18]

In der folgenden Saison schied Wilson zwar bei der Welsh Professional Championship und beim Pontins Professional im Viertelfinale sowie in Hinsicht auf die Ranglistenturniere jeweils ein Mal in der Runde der letzten 64, in der Runde der letzten 48 und in der Runde der letzten 32 aus, doch trotzdem konnte Wilson sich im Vergleich zu den vorherigen Saisons deutlich verbessern. So zog er bei den British Open ins Achtelfinale ein und unterlag dort John Virgo. Zudem erreichte er mittels Siegen über unter anderem Jack McLaughlin und Tony Knowles sowie Les Dodd und Wayne Jones sowohl bei den International Open als auch beim Classic das Viertelfinale und schied dort gegen Cliff Thorburn und Dean Reynolds aus.[28] Infolgedessen verbesserte sich Wilson auf der Rangliste auf Rang 17 und konnte somit seinen höchsten Weltranglistenplatz um drei Plätze verbessern.[18]

In der Saison 1987/88 schied Wilson allerdings bei so gut wie allen Ranglistenturnieren in der Runde der letzten 32 aus und zog lediglich beim Grand Prix ins Achtelfinale ein, dass er zudem gegen Dennis Taylor verlor. Abgesehen davon erreichte er durch einen Sieg gegen Steve Newbury das Halbfinale der Welsh Professional Championship, in dem er Terry Griffiths unterlag.[29] Dennoch verbesserte sich Wilson auf der Rangliste um einen weiteren Platz, wobei er durch diesen Platz 16 in der folgenden Saison zum einzigen Mal für das Masters sowie für die Hauptrunde der Snookerweltmeisterschaft qualifiziert war. Dieser 16. Weltranglistenplatz stellte für Wilson zudem die beste Weltranglistenplatzierung seiner Karriere dar.[18]

Abgang auf Rang 32

Auch in der Saison 1988/89 verlor Reardon bei den Ranglistenturnieren meist in der Runde der letzten 32 inklusive der Snookerweltmeisterschaft, bei der er sich Steve Duggan mit 1:10 geschlagen geben musste. Zum Saisonauftakt hatte Wilson bereits bei den International Open sein Auftaktspiel in der Runde der letzten 64 verloren, wobei er im Gegenzug beim Grand Prix, beim Canadian Masters und bei den British Open das Achtelfinale erreichte und in dieser Runde Steve Davis, Stephen Hendry sowie Dean Reynolds unterlag. Abseits der Ranglistenturniere schied Wilson sowohl bei der Welsh Professional Championship als auch beim Pontins Professional im Viertelfinale sowie bei seiner einzigen Teilnahme beim Masters im Achtelfinale aus.[30] Auf der Weltrangliste folgerte daraus ein Verlust von zwei Plätze, sodass er in der folgenden Saison auf Rang 18 geführt wurde und damit die durch Rang 16 erlangten Privilegien wieder verlor.[18]

Wie auch in den vorherigen Saisons schied Wilson auch in der nächsten Spielzeit bei den Ranglistenturnieren meist in der Runde der letzten 64 oder in der Runde der letzten 32 aus, wobei er beim Saisonauftakt bei den Hong Kong Open in der Runde der letzten 32 seine Partie gegen Doug Mountjoy kampflos aufgeben musste. Lediglich bei den International Open kam er mithilfe von Siegen über Jon Wright, Mike Hallett und Robert Marshall ins Viertelfinale, in dem er sich jedoch dem Schotten und mittlerweile und ab dem Ende der Saison neuen Weltmeister Stephen Hendry geschlagen geben musste. Davon abgesehen nahm er erneut an der Welsh Professional Championship und am Pontins Professional teil, wobei er ebenjenen Turnieren im Viertel- beziehungsweise im Halbfinale ausschied.[31] Auf der Weltrangliste verlor Wilson jedoch angesichts der durchwachsenen Ergebnisse der Ranglistenturniere zehn Plätze und war somit auf Rang 28 geführt.[18]

Auch in der Saison 1990/91 setzte sich die Serie von Niederlagen in oder vor der Runde der letzten 32 fort, sodass Wilson lediglich bei den European Open das Achtelfinale erreichte und dort nach Siegen über Paddy Browne und Jim Wych gegen Dennis Taylor verlor. Abgesehen davon erreichte Wilson bei der Benson and Hedges Satellite Championship mit drei Siegen das Viertelfinale, indem er dem Engländer David Roe unterlag. Zudem verlor er sowohl bei der Welsh Professional Championship als auch beim Pontins Professional sein jeweiliges Auftaktspiel im Viertelfinale.[32] Somit verlor Wilson auf der Weltrangliste erneut vier Plätze und war somit nun auf Rang 32 geführt.[18]

Letzte Profijahre und Tod

Die Saison 1991/92 begann mit dem Einladungsturnier World Seniors Championship, bei dem Wilson mit Siegen über Rex Williams, Doug Mountjoy und Terry Griffiths das Finale erreichte und in diesem mit einem 5:4-Sieg über den Australier Eddie Charlton im Alter von 57 Jahren und 135 Tagen erst- und zugleich letztmalig ein Profiturnier zu gewinnen. Allerdings verlief die restliche Saison wie auch schon die vorherigen Spielzeiten, als Wilson meist spätestens in der Runde der letzten 32 ausschied. Lediglich bei der Erstausgabe der Welsh Open erreichte er mit Siegen über Paul Davies und Ken Doherty das Achtelfinale, in dem er seinem Landsmann Darren Morgan unterlag.[33] Auf der Weltrangliste verlor er einen weiteren Platz und belegte somit Rang 33, wodurch er seinen sicheren Platz in den Hauptrunden der meisten Ranglistenturniere abgab und sich so für diese qualifizieren musste.[18]

In der folgenden Saison schied Wilson allerdings bei den meisten Turnieren bereits in der Runde der letzten 96 aus und erreichte nur noch vereinzelt die Runde der letzten 32, was bei dem Grand Prix und beim ersten Event der Strachan Challenge der Fall war. Zudem gelang ihm bei der UK Championship nach Siegen über Leigh Robinson und Silvino Francisco ein überraschender 9:8-Sieg gegen den talentierten, jungen Spieler Ronnie O’Sullivan, bevor er im Achtelfinale gegen Stephen Hendry verlor.[34] Dennoch rutschte er auf der Weltrangliste erneut um vierzehn Plätze ab und wurde somit auf Rang 47 geführt.[18]

Die Saison 1993/94 verlief allerdings im Vergleich zu den vorherigen Saisons äußerst schlecht, als Wilson nur noch bei drei Turnieren ein Auftaktspiel gewinnen konnte: Bei der UK Championship besiegte er Dave Martin mit 5:0 und verlor anschließend mit 8:9 gegen Doug Mountjoy, bei den European Open gelang Wilson ein 5:4-Sieg über Stefan Mazrocis und unterlag anschließend Chris Small mit 0:5 und bei den International Open besiegte er Sean Storey mit 5:1, ehe er sich mit 1:5 Gary Wilkinson geschlagen geben musste. Zum Saisonende schaffte er es in seiner Partie gegen Mark O’Sullivan in der Qualifikation für die Snookerweltmeisterschaft nochmals in den Decider, bevor er seine allerletzte Profipartie trotzdem mit 9:10 verlor.[35] Somit wäre er für die folgende Saison auf Rang 66 der Rangliste geführt gewesen.[18]

Doch es kam anders: Wilson, der verheiratet und Vater von vier Kindern war, hatte neben seinen Augenproblemen seit den 1950er-Jahren allmählich Probleme mit seinem Rücken, seinem Knie, seiner Hüfte und seinem Herz bekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bei Wilson jedoch schon eine schwerwiegendere, nicht operabele Krankheit der Leber und der Bauchspeicheldrüse entwickelt, an deren Folgen Wilson wenige Wochen nach Saisonende und elf Tage nach seinem 60. Geburtstag am 21. Mai 1994 starb.[3][1][11][4]

Spielweise

Vor allem in den 1950er-Jahren hatte Wilson eines der besten und schnellsten Lochspiele aller und war zudem einer der dynamischsten und schnellsten Snookerspieler überhaupt, bevor mit Alex „Hurricane“ Higgins ein weiterer schneller Spieler Profi wurde.[3] In seinen späteren Profijahren erschwerten seine gesundheitlichen Probleme und die TV-Lichter Wilson, der zudem zu diesem Zeitpunkt an Übergewichtigkeit litt und ein älteres Aussehen als seinem Alter entsprechend hatten, sein Spiel, sodass er seine Technik seinen Möglichkeiten anpassen musste. Dennoch blieb Wilson ein für seine Zeit schneller Spieler und behielt davon abgesehen sein herausragendes Lochspiel. Im Gegensatz zu den deutlich defensiveren Spielern seiner Zeit war Wilson jedoch während des Spielens angstlos, sodass er – anstatt zu überlegen, ob der Ball mit einer guten Wahrscheinlichkeit lochbar ist – bei einer sich ergebenen Möglichkeit ebenjene auch spielte.[4]

Ein Grund dafür war Wilsons Auffassung, dass Snooker ein Spiel und nicht ein Sport sei und dass dieses nicht allzu ernst, sondern eher genossen genommen werden sollte. Daraus resultierte zwar einerseits eine hohe Fehlerquote bei normalen Stößen, aber andererseits auch eine hohe Anzahl erfolgreicher, riskanter Stöße.[4]

Bedeutung für den Snookersport

Obwohl Wilson während seiner aktiven Zeit es lediglich in die erweiterte Weltspitze geschafft hatte, galt er wegen seines fehlenden Erfolgs und seiner nicht vorhandenen Ehrgeizigkeit als einer der beliebtesten Spieler der Tour.[3] Wilson wurde nach seinem Tod zudem als „Prototyp der modernen Unterhalter, Jimmy White und Alex Higgins“, bezeichnet.[11]

Da Wilson zwar seinen Karrierehöhepunkt weit vor seiner professionellen Zeit hatte, aber dennoch spielerisch gesehen durchaus auf einem Niveau mit anderen Spitzenspielern war, bleibt offen, wie erfolgreich er gewesen wäre, wenn er später geboren worden wäre und somit erst später seine beste Phase gehabt hätte.[3] Zudem wäre Wilson durch sein Lochspiel wohl in jeder Ära des Snookersports herausragend gewesen, doch Wilsons Höhepunkt fiel in eine Zeit, in der eine defensive Spielordnung üblich war, sodass Wilson in einer für ihn falschen Zeit seinen Höhepunkt hatte.[11] Vor allem durch seinen schnellen, dynamischen Spielstil hätte Wilson in den 1950er-Jahren zu einer der populärsten Snookerspieler werden und zudem den Snookersport hätte populär machen können, doch Wilson entschied sich wie gesagt gegen den Profistatus.[4]

Erfolge

Ausgang Jahr Turnier Finalgegner Ergebnis
Amateurturniere
Zweiter 1954 English Amateur Championship EnglandEngland Ernest Geoffrey Thompson 9:11
Sieger 1956 Walisische Snooker-Meisterschaft Wales 1953Wales V. Wilkins unbekannt
Sieger 1977 Walisische Snooker-Meisterschaft WalesFlag of Wales (1959–present).svg Dai Thomas 8:1
Zweiter 1978 English Amateur Championship – South WalesFlag of Wales (1959–present).svg Terry Griffiths 2:8
Sieger 1978 IBSF Snookerweltmeisterschaft EnglandEngland Joe Johnson 11:5
Sieger 1979 Walisische Snooker-Meisterschaft WalesFlag of Wales (1959–present).svg Geoff Thomas 8:5
Zweiter 1978 English Amateur Championship – South EnglandEngland Jimmy White 5:8
Pro/Am-Turniere
Sieger 1976 Pontins Autumn Open EnglandEngland Paul Medati 7:4
Zweiter 1980 Pontins Spring Open EnglandEngland Willie Thorne 3:7
Zweiter 1981 Pontins Spring Open EnglandEngland John Hargreaves 3:7
Non-ranking-Turniere
Zweiter 1981 Welsh Professional Championship WalesFlag of Wales (1959–present).svg Ray Reardon 6:9
Zweiter 1984 Welsh Professional Championship WalesFlag of Wales (1959–present).svg Doug Mountjoy 3:9
Einladungsturniere
Sieger 1991 World Seniors Championship AustralienAustralien Eddie Charlton 5:4

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Ron Florax: Career Total Statistics For Cliff Wilson - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  2. a b Ron Florax: Career Total Statistics For Cliff Wilson - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  3. a b c d e f g h i Chris Turner: Player Profile: Cliff Wilson. Chris Turner’s Snooker Archive, 2009, archiviert vom Original am 1. November 2011; abgerufen am 4. September 2019 (englisch).
  4. a b c d e f g Kevin Leck: Cliff Wilson- Snooker’s great entertainer. Sportpyched, 16. März 2017, abgerufen am 5. September 2019 (englisch).
  5. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1951-1952 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  6. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1952-1953 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  7. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1953-1954 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  8. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1954-1955 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  9. Jamie Watkins: Welsh Amateur Snooker Championship. Global Snooker Centre, 2004, archiviert vom Original am 14. Juni 2004; abgerufen am 4. September 2019 (englisch).
  10. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1960-1961 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  11. a b c d Guy Hodgson: Obituary: Cliff Wilson. The Independent, 27. Mai 1994, abgerufen am 4. September 2019 (englisch).
  12. Steve Davis: Interesting. 1. Auflage. Dragonstars Eventmanagement, Fürth 2016, ISBN 978-3-00-053061-6, S. 100 (englisch: Interesting. Ebury Press, London 2015.).
  13. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1973-1974 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  14. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1975-1976 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  15. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1976-1977 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  16. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1977-1978 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  17. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1978-1979 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 29. August 2019 (englisch).
  18. a b c d e f g h i j k l m n o Ron Florax: Ranking History For Cliff Wilson. CueTracker.net, abgerufen am 31. August 2019 (englisch).
  19. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1979-1980 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 31. August 2019 (englisch).
  20. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1979-1980 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 31. August 2019 (englisch).
  21. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1980-1981 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 31. August 2019 (englisch).
  22. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1980-1981 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 31. August 2019 (englisch).
  23. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1981-1982 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 31. August 2019 (englisch).
  24. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1982-1983 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 1. September 2019 (englisch).
  25. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1983-1984 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 1. September 2019 (englisch).
  26. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1984-1985 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 2. September 2019 (englisch).
  27. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1985-1986 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 2. September 2019 (englisch).
  28. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1986-1987 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 2. September 2019 (englisch).
  29. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1987-1988 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 2. September 2019 (englisch).
  30. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1988-1989 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).
  31. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1989-1990 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).
  32. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1990-1991 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).
  33. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1991-1992 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).
  34. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1992-1993 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).
  35. Ron Florax: Cliff Wilson - Season 1993-1994 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).

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